PR-Arbeit: So bringst du deinen Blog in die Medien

Ich will in die Zeitung

Eine Veröffentlichung des eigenen Angebots in der Presse ist der Traum aller BloggerInnen. Doch wie schafft man es, sein Angebot in einer Zeitung, in einem Magazin zu platzieren? PR-Profi Marion Genetti hat in einem Kurz-Workshop bei Tadah praxisnahe Tipps & Tricks rund um die Medienarbeit vermittelt und verraten, mit welchen Mitteln und über welche Kanäle man bei Medienschaffenden garantiert gut ankommt.

Was bringt Pressearbeit überhaupt?

Pressearbeit ist ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit und verfolgt das Ziel, die Medien über verschiedene Kanäle mit Informationen zum eigenen Business zu versorgen. Damit erweitert man einerseits die eigene Reichweite und baut gleichzeitig sein Image auf. Längerfristig stärkt gute Pressearbeit die Reputation eines Unternehmens und schafft Vertrauen.

Wie wählen JournalistInnen die Themen aus?

JournalistInnen müssen den ganzen Tag Nachrichten bewerten, abwägen und beurteilen, um zu entscheiden, welches Thema sie in ihrem Medium aufnehmen wollen. Um ein relevantes Thema für JournalistInnen darzustellen, muss die Information in der Medienmitteilung einige wichtige Krieterin erfüllen.

Der Nachrichtenwert

In erster Linie muss die Information einen Newswert haben, d.h. die Information muss “berichtenswert” sein und eine oder mehrere der nachfolgenden Kriterien erfüllen:

  • Aktualität
  • gesellschaftliche Relevanz
  • regionaler Bezug
  • Innovation
  • Nutzen
  • Kuriosität
  • Prominenz
  • Neues, Besonderes, Überraschendes

Top Zusatzmaterial

Ist die Infomation gut aufbereitet, mit gutem Fotomaterial ausgestattet und in eine spannende Geschichte eingebettet, erhöht dies die Chance enorm, dass die News von Journalisten aufgenommen wird.

Welches sind die passenden Medien?

Um heraus zu finden, welche Medien am besten zum eigenen Angebot passen, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Medien sind für mich, für mein Business relevant?
  • Was liest meine Zielgruppe?
  • Welches ist mein Einzugsgebiet?
  • Wo findet sich thematisch Ähnliches, wie das eigene Angebot?

Ein Beispiel: Eine Mutter gründet einen Hunde-Kindergarten. Welche Medien könnten passen?

  • Elternmagazin, weil es um eine Mutter geht, die ein Unternehmen gründet
  • Frauenmagazin, weil es um Fempreneurship geht
  • Lokalzeitung, weil das Business einen lokalen Bezug hat
  • Tiermagazin, weil es sich um ein Angebot für Tiere handet.

Internet-Recherchen und offene Augen in Zeitschriftenläden und an Kiosken helfen weiter, die passenden Medien zu finden.

Wie findet man die richtigen Ansprechpartner?

Auch bei der Suche der richtigen Ansprechperson innerhalb eines Mediums hilft eine Internet-Recherche. Meist findet man die konkreten Ansprechpartner im Impressum des jeweiligen Mediums. Auch ein Anruf ins Redaktionssekretariat kann helfen, die richtige Person ausfindig zu machen.

Was ist das Thema, das Alleinstellungsmerkmal?

Bevor man eine Information aufbereitet, die es in die Medien schaffen soll, muss man definieren und beschreiben können, was genau das eigene Business, das eigene Angebot ist und über welches Alleinstellungsmerkmal es verfügt. Dabei ist wichtig, dass man man die Information kurz und knackig hält:

  • Wie lautet «mein 1. Satz»?
  • Was ist mein USP, mein Alleinstellungsmerkmal?
  • Was ist mein nächstes Thema?

Ein Beispiel: Mein Name ist Marion Genetti, ich bin freie Lifestyle-Journalistin und biete Coachings für Pressearbeit an. Am 19. März findet ein Workshop für Fempreneurs in Wien statt.»

Wie schreibt man eine professionelle Medienmitteilung?

Sobald die zu vermittelnde Information definiert ist, kann man die Pressemitteilung aufsetzen. Eine (digitale) Presseaussendung beinhaltet:

  • Pressetext mit guter Geschichte und allen wichtigen Infos (W-Fragen wie wer, was, wann, wo, wie, warum, woher?)
  • Bilder
  • e-Mail-Anschreiben
  • Portraitbild

Der formaler Aufbau einer Pressemitteilung

  • Titel
  • Bild
  • Headline mit Fakten
  • Vorspann / Lead: 3 bis 4 Sätze
  • Lauftext / Ort / Einstieg: athmospährischer Einstieg oder Zitat-Einstieg
  • Programm-Absatz: 1 bis 2 Sätze mit Fakten
  • Zitat 1, z.B. von den Gründern, Betreibern
  • Zitat 2

weitere Tipps:

  • Länge 1 bis 1 1/2 Seiten
  • Zwischentitel
  • Bilder mit Bildunterschrift und Photo Credits
  • Kontakt zum Absender / Firma
  • Pressekontakt
  • Verlinkungen zu Social Media
  • je nach dem eine Zusammenfassung der Unternehmensfakten ganz am Schluss (Boilerplate)
  • Abmelde-Möglichkeit vom Verteiler

Das Follow up

Um zu erfahren, ob es die Informationen in die Medien schaffen, kann man nach dem Versand der Pressemitteilung via e-Mail nachhaken und nimmt dabei Bezug auf die erste Mitteilung. Beim Nachhaken kann man auch ein Goodie anbieten (z.B. Angebot für…). In einem zweiten Schritt erfolgt das Follow up telefonisch. In einem Gespräch kann man die Gründe besser erfahren, weshalb nicht auf die Medienmitteilung eingegangen wurde.

Die wichtigsten Learnings

Um erfolgreiche Pressearbeit betreiben zu können, bedarf es einer Rückbesinnung auf das eigentliche Kerngeschäft: Welches ist das eigene Thema? Was genau ist die Stärke? Was macht die Einzigartigkeit aus? Welcher ist der wichtigste Nachrichtenfaktor? Erst wenn es einem selber gelingt, das eigene Tun kurz und prägnant zu beschreiben, wird es gelingen, Journalisten darauf aufmerksam zu machen und sie für die Botschaft zu gewinnen. Dafür muss man verstehen, nach welchen Kriterien sie ihre Auswahl treffen, welchem Zeitdruck sie unterstehen und mit welchen Vorarbeiten man ihren Aufwand minimieren und dadurch die Chance erhöhen kann, zu einem Clipping zu kommen.

Am 27. Februar 2020 führt Marion Genetti einen zweiten Kurz-Workshop durch. Weitere Informationen findet ihr hier. Achtung: Die Platzzahl ist beschränkt.

Und weitere Beiträge rund um Blogger-Wissen findet ihr in der Rubrik Blogger-Knowhow!

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